Die Oberstufe in Hamburg an Gymnasium und Stadtteilschule

In Hamburg kannst du sowohl am Gymnasium als auch an der Stadtteilschule die Oberstufe besuchen und das Abitur erreichen.

In diesem Artikel findest du alle Infos rund um die Oberstufe in Hamburg:

  1. Aufbau der Oberstufe
  2. verpflichtende Fächer
  3. Profilbereiche
  4. Bildungspläne
  5. Notenschlüssel
  6. Schulwechsel

 

Aufbau der Oberstufe an Gymnasium und Stadtteilschule

Die Oberstufe dauert unabhängig von der Schulform drei Jahre und unterteilt sich in Vorstufe und Studienstufe:

  • Vorstufe: einjährige Einführungsphase, keine direkten Auswirkungen auf die Abiturergebnisse
  • Studienstufe: vier Semester, deren Ergebnisse in die Abiturnote einfließen
  • Abiturprüfungen: Prüfungen in vier Fächern am Ende der Studienstufe

An Hamburger Gymnasien beginnt die Vorstufe bereits in der 10. Klasse, sodass das Abitur nach zwölf Jahren erworben werden kann. An Stadtteilschulen erstreckt sich die Oberstufe dagegen auf die 11.–13. Klasse, was zu einem ein Jahr längeren Schulbesuch führt.

Klas­seGymna­siumStadt­teil­schule
10Vorstufe 
11Studien­stufeVorstufe
12Studie­nstufeStudien­stufe
13 Studien­stufe

 

Fächer an der Oberstufe

Durchschnittlich umfasst der Stundenplan in der Studienstufe 34 Stunden pro Woche. Drei Fächer werden dabei auf erhöhtem Anforderungsniveau (eA) belegt, während die restlichen Fächer auf grundlegendem Anforderungsniveau (gA) unterrichtet werden.

In der Studienstufe müssen angehende Abiturienten mindestens die folgenden Fächer belegen:

  • Kernfächer
    • Mathe, Deutsch und Fremdsprache: verpflichtend mit je vier Stunden pro Woche
    • zwei der drei Kernfächer auf erhöhtem Anforderungsniveau
  • Gesellschaftswissenschaften
    • müssen insgesamt mit durchschnittlich vier Stunden pro Woche belegt werden
    • Geschichte, PGW oder Geografie muss in allen vier Semestern belegt werden
  • Naturwissenschaftlich-technische Fächer
    • müssen insgesamt mit durchschnittlich vier Stunden pro Woche belegt werden
    • Physik, Chemie oder Biologie muss in allen vier Semestern belegt werden
  • Künste
    • Musik, Bildende Kunst oder Theater muss in vier Semestern belegt werden
  • Religion/Philosophie
    • eines der Fächer muss in vier Semestern belegt werden
  • Sport
    • in allen vier Semestern verpflichtend

Die Broschüre für die Studienstufe in Hamburg enthält auf den Seiten 14 und 15 Beispiele für Belegungspläne während der Oberstufe.

 

Profilbereiche an der Oberstufe

Der Profilbereich bietet Schülern in Hamburg die Möglichkeit, während der Studienstufe einen thematischen Schwerpunkt zu legen. Der Unterricht im Profilbereich umfasst 10 bis 14 Stunden pro Woche. Jede Schule entscheidet selbst, welche Profile angeboten werden.

Das Profil setzt sich folgendermaßen zusammen:

  1. profilgebendes Fach (eA)
  2. begleitende Fächer (gA) und Seminar (gA)
    oder
    weiteres profilgebendes Fach (eA)

Hier sind einige Beispiele für mögliche Schwerpunkte:

Profil­bereichBeispiele für den Schwer­punkt
sprachlichKommunikation und Sprachen­vielfalt
Sprache, Literatur und ästhetische Erziehung
natur­wissenschaft­lich-technischNatur und Umwelt
Natur­wissenschaft und Technik
gesellschafts­wissen­schaftlichMedien und Gesellschaft
Geschichte und Politik
künstlerischKunst und Kultur
Musik und Kultur
sportlichSport, Gesundheit und Fitness
Leistungs­sport, Trainings- und Bewegungs­wissenschaften

 

Bildungspläne für die Oberstufe in Hamburg

Die Bildungspläne für die Oberstufe legen fest, welche Themen und Inhalte in den jeweiligen Fächern verpflichtend behandelt werden. Hier findest du die Bildungspläne der Studienstufe für die wichtigsten Fächer:

 

Notenschlüssel an der Oberstufe in Hamburg

In der Sekundarstufe II kommt ein neuer Notenschlüssel zum Einsatz, bei dem Punkte von 1 bis 15 die bisherigen Noten ersetzen.

Um 5 Punkte (Note 4) zu erreichen, müssen mindestens 50 % der Bewertungseinheiten erreicht werden.

NotePunkte
1+15
114
1-13
2+12
211
2-10
3+9
38
3-7
4+6
45
4-4
5+3
52
5-1
60

 

Schulwechsel während der Oberstufe in Hamburg

Zu Beginn der Oberstufe oder nach Abschluss der Vorstufe ist ein Schulwechsel innerhalb Hamburgs in der Regel ohne größere Probleme möglich, sofern die Wunschschule über entsprechende Kapazitäten verfügt.

Ein Wechsel kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn die aktuelle Schule die gewünschten Kurse und Profile nicht anbietet. Auch ein Wechsel zwischen Gymnasium und Stadtteilschule ist generell möglich.

Während der Studienstufe sollte ein Schulwechsel, wann immer möglich, vermieden werden. Wenn die Schule zwingend gewechselt werden muss, z. B. wegen eines Umzugs, muss die Fächerwahl mit dem Angebot der neuen Schule kompatibel sein.

Ein Schulwechsel während der Oberstufe läuft in Hamburg folgendermaßen ab:

  1. Beratungsgespräch mit Klassenlehrer oder Schulleiter der aktuellen Schule
  2. Abgabe eines Antrags bei der aktuellen Schule
  3. Prüfung des Antrags, insbesondere der Kapazitäten und der angebotenen Kurse an der Wunschschule
  4. Genehmigung oder Ablehnung durch die Wunschschule

 

Oft klären die beteiligten Schulen den Wechsel unter sich, in anderen Fällen ist eine Vorstellung bei der Zielschule notwendig.

Bei einem Wechsel innerhalb Hamburgs ist die aktuelle Schule der erste Ansprechpartner, der über alle notwendigen Schritte informiert. Wenn Schüler aus einem anderen Bundesland zuziehen, muss der Antrag direkt bei der zukünftigen Schule abgegeben werden.

 

FAQ

In Hamburg verfolgen die Stadtteilschulen das G9-Modell (13 Jahre bis zum Abitur), während das Abitur an Gymnasien in zwölf Schuljahren erreicht werden kann (G8).

Die Studienstufe bezeichnet die letzten zwei Schuljahre vor dem Abitur. Die Semesterergebnisse dieser Jahre gehen direkt in die Abiturergebnisse ein.