Schulsystem in Hamburg: Schulformen, Prüfungen + Abschlüsse

Das Schulsystem in Hamburg besteht aus einer vierjährigen Grundschule und den weiterführenden Schulformen Stadtteilschule und Gymnasium, die je nach Schulabschluss bis zur 9., 10., 12. oder 13. Klasse besucht werden.

An allen staatlichen Schulen aller Schulformen in Hamburg wird für Schülerinnen und Schüler unter 14 Jahren eine Ganztagsbetreuung von 8 bis 16 Uhr und ein Mittagessen angeboten.

Schulabschlüsse in Hamburg
Erster Allgemein­bildender Schul­­abschluss (ESA/eESA)
  • nach der 9. oder 10. Klasse
  • gleich­gesetzt mit dem Hauptschul­abschluss
Mittlerer Schul­abschluss (MSA)
  • nach der 10. Klasse
  • gleich­gesetzt mit dem Realschul­abschluss
  • Studium teilweise mit Ausbildung und Arbeits­erfahrung möglich
Abitur
  • nach der 12. oder 13. Klasse
  • Studium an Hoch­­­schulen und Univer­sitäten möglich

In Hamburg ist an den beiden Schulformen Stadtteilschule und Gymnasium der Erwerb aller Abschlüsse (ESA, MSA und Abitur) möglich. An Gymnasien ist der Anspruch jedoch höher und das Abitur wird in 12 statt 13 Jahren erworben.

Darüber hinaus gibt es Sonderschulen mit besonderen Förderschwerpunkten. Alle Schulen (Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien) in Hamburg sind jedoch inklusiv und können von Kindern mit besonderem Förderbedarf besucht werden. Neben staatlichen Schulen gibt es in Hamburg Schulen in freier Trägerschaft.

 

Grundschule in Hamburg

Die Grundschule besteht in Hamburg aus den Klassenstufen 1 bis 4. Alle Kinder werden gemeinsam unterrichtet. Für Hamburger Grundschulen gilt:

  • maximal 23 Kinder pro Klasse
  • 27 Stunden Unterricht pro Woche,
  • meist kein Notenzeugnis in den Klassen 1 bis 3 (auf Antrag in Klasse 3 möglich),
  • Schwimmunterricht in der Klasse 3 und/oder Klasse 4.

Vor Beginn der Grundschule kann ein Vorschuljahr absolviert werden.

Weiterführende Schulformen in Hamburg

Nach der Grundschulzeit besuchen die Schülerinnen und Schüler eine weiterführende Schule. Dabei wird in Hamburg zwischen Stadtteilschulen und Gymnasien unterschieden.

Stadtteilschulen und Gymnasien im Vergleich
Stadtteil­schulenGymna­sien
  • Klassen­stufen: 5. bis 13. Klasse
  • Abschlüsse: ESA/eESA, MSA und Abitur erreichbar, Abitur nach 13 Jahren
  • Klassen­­größe: 23 Kinder (Klasse 5 + 6) und 25 (Klasse 7–10)
  • Unterrichts­stunden: ø 30
  • 2. Fremd­sprache: Wahlpflicht­fach ab Klasse 6 oder 7
  • Klassen­stufen: 5. bis 12. Klasse
  • Abschlüsse: ESA/eESA, MSA und Abitur erreichbar, Abitur nach 12 Jahren
  • Klassen­größe: 28 Kinder
  • Unterrichts­stunden: ø 30–34
  • 2. Fremd­sprache: meist ab Klasse 6 (Pflicht­fach 6. – 10. Klasse)

So läuft die Wahl der weiterführenden Schule ab:

  • Zum Ende des 1. Halbjahres erhalten die Eltern eine Empfehlung der Grundschule (Stadtteilschule oder Gymnasium).
  • Die Eltern geben drei Wunschschulen an und können dabei der Empfehlung folgen oder sich für eine andere Schulform entscheiden.
  • Ungefähr zehn Wochen später wird den Eltern die neue Schule ihres Kindes mitgeteilt. Falls die drei Wunschschulen keinen Platz anbieten konnten, entspricht die Schule der Schulform des Erstwunsches.

Bei der Wahl der Schulform ist jedoch zu beachten, dass Schülerinnen und Schüler, für die die Anforderungen am Gymnasium zu hoch sind, nach der 6. Klasse auf eine Stadtteilschule wechseln müssen. In diesem Fall können wieder drei Wunschschulen angegeben werden, allerdings ausschließlich Stadtteilschulen.

In der Broschüre „Den richtigen Weg wählen“ gibt die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Informationen über die Wahl einer weiterführenden Schule in Hamburg heraus.

 

 

Stadtteilschulen in Hamburg

An Stadtteilschulen können folgende Abschlüsse erreicht werden:

  • ESA/eESA nach der 9. oder 10. Klasse
  • MSA nach der 10. Klasse
  • Abitur nach der 13. Klasse

Schülerinnen und Schüler werden in den Klassen 7–10 differenziert unterrichtet, um eine Förderung entsprechend des Lernniveaus zu ermöglichen. Es werden „G-Noten“ für die grundlegende Anforderungsebene und „E-Noten“ für die erhöhte Anforderungsebene, jeweils mit der Notenskala 1–6, vergeben.

Die Oberstufe besteht aus der Vorstufe (Klasse 11) und der Studienstufe (Klassen 12 und 13), die mit den Abiturprüfungen am Ende der 13. Klasse abgeschlossen wird.

Gymnasien in Hamburg

An Gymnasien können folgende Abschlüsse erreicht werden: der ESA/eESA nach der 9. oder 10. Klasse, der MSA nach der 10. Klasse und das Abitur nach der 12. Klasse.

Die Schulzeit ist in drei Phasen eingeteilt:

  1. Beobachtungsstufe: Klasse 5 und 6
  2. Mittelstufe: Klasse 7 – 10
  3. Studienstufe: Klasse 11 und 12

Schülerinnen und Schüler, die die Anforderungen des Gymnasiums nicht erfüllen, müssen am Ende der Beobachtungsstufe an eine Stadtteilschule wechseln.

In der Studienstufe werden Profilbereiche gewählt, die vertiefend unterrichtet werden. Den Abschluss der Studienstufe bilden die Abiturprüfungen am Ende der 12. Klasse.

Abschlussprüfungen: ESA, MSA und Abitur

Um in Hamburg einen allgemeinbildenden Schulabschluss zu absolvieren, müssen verpflichtend schriftliche und mündliche Prüfungen abgelegt werden.

ESA Prüfungen in Hamburg

Um den MSA zu erwerben, müssen in Hamburg drei Prüfungen absolviert werden:

MSA Prüfungen in Hamburg

Um den MSA zu erwerben, müssen in Hamburg vier Prüfungen abgelegt werden:

Abiturprüfungen in Hamburg

Um das Abitur zu erwerben, müssen am Ende der Studienstufe vier verpflichtende Abiturprüfungen abgelegt werden:

Neben anderen Anforderungen sind in zwei der drei Kernfächer (Mathe, Deutsch und eine Fremdsprache) verpflichtend.

Berufliche Schulen in Hamburg

Nach der 10. Klasse gibt es in Hamburg die Möglichkeit, eine Berufliche Schule zu besuchen, an der Schule und berufliche Praxis vereint werden. An Beruflichen Schulen können das Abitur und die Fachhochschulreife absolviert werden, beispielsweise am beruflichen Gymnasium oder der Fachoberschule.

Das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) informiert auf seiner Seite über Angebote und mögliche Abschlüsse an Beruflichen Schulen.

Zweiter Bildungsweg: Schulabschlüsse nachholen

In Hamburg können an Abendschulen oder mit der Externenprüfung alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse nachgeholt werden. Die Aufnahmebedingungen unterscheiden sich je nach angestrebtem Schulabschluss. Neben der bisherigen Schullaufbahn können auch Berufsausbildungen und Berufstätigkeit relevant sein.

 

FAQs

Ja, Eltern erhalten zwar eine Empfehlung von der Grundschule, können die weiterführende Schulform aber frei wählen.

Um nach der Beobachtungsstufe (Klasse 5 und 6) am Gymnasium in die 7. Klasse versetzt zu werden, müssen jedoch entsprechende Leistungen erbracht werden. Reichen die Leistungen nicht aus, muss die Schülerin oder der Schüler nach der 6. Klasse an eine Stadtteilschule wechseln.

In Hamburg wird das Abitur an Stadtteilschulen nach der 13. Klasse und an Gymnasien nach der 12. Klasse erworben. An Stadtteilschulen haben Schülerinnen und Schüler also mehr Zeit, die erforderlichen Kompetenzen zu erwerben.

Die Qualifikationsphase des Abiturs dauert an Stadtteilschulen jedoch nicht länger. An beiden Schulformen gibt es die zweijährige Studienstufe, die mit den Abiturprüfungen und dem Erwerb des Schulabschlusses abgeschlossen wird. An Stadtteilschulen beginnt diese lediglich ein Jahr später nach der Vorstufe (11. Klasse).